Archiv für Juli 2010

28.07.2010 Carlo Giuliani – Perchè?

Anlässlich des 9. Todestages von Carlo Giuliani wird es den Film „Perchè?“ zu sehen geben. Start ca. 22 Uhr auf dem Gelände des Alternativen Kulturzentrum in der Klaus-Groth-Promenade 3 (Alter Güterbahnhof Elmshorn). Dieser Film entstand in Zusammenarbeit mit Carlos Vater und dokumentiert die Tage im Sommer 2001.

Vorstellung verschoben auf den 28.07.2010!

Ab ca. 21:30 wird vorab noch etwas über den Inhalt gesprochen.

Carlo Vive!

19. – 24.07.2010 Hamburg: „LOST IN REPRESSION? -CONTROL YOURSELF!-“

Lost in Repression

Vom 19.07 – 24.07 wird in Hamburg im Centro Sociale eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto: „LOST IN REPRESSION? – CONTROL YOURSELF“ stattfinden.
Am 20. Juli 2010 jährt sich zum 9. Mal der Todestag von Carlo Giuliani. Wir nehmen dies zum Anlass, Repression und Polizeigewalt wieder stärker zu thematisieren.
Nicht nur der tödliche Schuss, auch die darauf folgenden beispiellosen Übergriffe der italienischen Polizei in Genua erfüllen uns immer noch mit Erschrecken und Fassungslosigkeit. Die Konsequenzen der massiven Repression 2001 in Genua, waren 2009 in l´Aquila deutlich zu spüren. Einerseits führte die kurzfristige Verlegung des Ortes, andererseits die Angst, die nicht nur bei italienischen Genoss_Innen, sondern europaweit existierte zu leeren Straßen, zu kaum vernehmbarem Protest. Die Lähmung des Widerstands war quasi das Ende der offensiven Bewegung der Globalisierungskritiker_Innen in Italien bis heute.

Nicht nur in Genua, sondern überall wo Widerstand existiert, wo Menschen sich weigern bis zur endgültigen Betäubung zu konsumieren und gegen den Normalzustand aufbegehren, durchdringen staatliche Maßnahmen unseren Alltag. Sie können Hausdurchsuchungen, Festnahmen, Anquatschversuche, bis hin zu gewalttätigen Übergriffen seitens der Polizei sein. Ebenso können sie sich durch Kommunikationsüberwachung, Personenkontrollen und vieles mehr ausdrücken.
Repression ist mehr als wir vielleicht in erster Linie denken. Sie ist vielseitig, umfangreich und subtil. Sie will uns lähmen, kontrollierbar machen und ist dementsprechend auf allen Ebenen der Gesellschaft zu bemerken.
Im kapitalistischen Normalzustand scheint fast jeder Mensch in erster Linie verdächtig, diesem nicht willenlos ergeben zu sein. Kameraüberwachungen an jedem un-/möglichen Ort verwundern heutzutage kaum noch einen Menschen. Sie scheinen sogar zunehmend gewollt. Das von Medien, Politik und der Gesellschaft produzierte Verlangen nach grenzenloser Sicherheit legitimiert so den Überwachungsstaat.
In der Aktionswoche möchten wir zusammen mit euch auf verschiedenen Veranstaltungen darüber diskutieren, inwiefern uns Übergriffe seitens des Staates in unserer alltäglichen Praxis beeinflussen und wo wir Möglichkeiten sehen diese ins Leere laufen zu lassen. Solidarische und inhaltliche Zusammenarbeit, Vernetzung und die Entwicklung neuer Strategien können uns aus einem oft ohnmächtigen Zustand hin zu einem produktiven, progressiven und konstruktiven Handeln verhelfen.
Kommt nach Hamburg und nehmt teil an der Veranstaltungswoche und der Demonstration am 24. Juli!

Bleibt resistent!
Werdet offensiv!

Programm und Material gibbet hier!

17.07.2010 NPD Kundgebung in Wandsbek HH

Für den kommenden Samstag, 17.07.2010, hat Raphael Niemann eine Kundgebung auf dem Wandsbeker ZOB angemeldet, diese soll laut Anmeldung von 11-15 Uhr stattfinden. Das Motto der Nazis: „Gegen die Primarschule-für das bewährte dreigliedrige Schulsystem“. Als Leiter dieser Veranstaltung soll der Altnazi Manfred Börm aus Handorf (NDS) fungieren, welcher auch den Posten des Ordnerdienst-Leiter bei der NPD besetzt.
Stellen wir uns den Rassisten in den Weg – Samstag, 17.07.2010 – Alle nach Wandsbek!

02.07.10 Kiel: Solidarität mit Claudiu C. und allen anderen Betroffenen rechter Gewalt

Solidarität mit Claudiu C. und allen anderen Betroffenen rechter Gewalt! – Schluss mit der Nazigewalt in Kiel – Weg mit der neonazistischen „Aktionsgruppe Kiel“!

Am 18.04.2009 versuchten ca. 30 Neonazis einen Infostand des „Runden Tisches gegen Rassismus und Faschismus Kiel“ in der Kieler Innenstadt anzugreifen, wobei es zu Auseinandersetzungen mit Nazigegner_innen kam. Am Rande des Geschehens wurde der vollkommen unbeteiligte Claudiu C. von dem Kieler Neonazi Christopher R. niedergeschlagen, wohl weil der als Tänzer beim Kieler Opernhaus arbeitende Mann aufgrund seiner Erscheinung in dessen „Feindschema“ passte. Der Täter R. ist ein langjähriger Aktivist der lokalen Neonazi-Szene, derzeit in der so genannten „Aktionsgruppe Kiel“ aktiv und trat bei der Kommunalwahl 2008 als Direktkandidat für die NPD an.

Der Tänzer Claudiu C. wurde von hinten angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Er ist infolge des Angriffes dauerhaft arbeitsunfähig und auf einem Ohr taub.

Der brutale Naziübergriff auf Claudiu C. reiht sich ein in eine bis heute andauernde Serie von Angriffen, Anschlägen und Überfällen durch Neonazis aus dem Umfeld von „Aktionsgruppe Kiel“ und NPD. In den vergangenen zwei Jahren richteten die Neonazis mehrere 10.000 Euro Sachschäden an, eine Vielzahl von Menschen wurde verletzt, einige schwer. Auf das linke Zentrum „Alte Meierei“ wurde von Unbekannten sogar scharf geschossen. Zuletzt flogen am 9.Mai Steine gegen Fenster u.a. eines Kinderzimmers des Wohnprojektes „Dampfziegelei“, in dem gerade ein vierjähriges Kind schlief. Gleichzeitig wurden auch beim Buchladen „Zapata“ zum wiederholten Male die Scheiben eingeworfen. Betroffen von der Gewalt Kieler Neonazis sind linke und alternative Einrichtungen, aber auch Menschen mit Migrationshintergrund befinden sich in ihrem Visier.

Besonders hervorzuheben ist, dass sich die „Aktionsgruppe Kiel“ teilweise öffentlich im Internet zu ihren Gewalttaten bekennt und auch jetzt noch weitere ankündigt. Gleichzeitig treten zentrale Personen der Gruppe – Daniel Zöllner und Peter von der Born – offen mit ihren Namen und Fotos in Erscheinung. Trotzdem lässt die Kieler Polizei die Gruppe weitgehend in Ruhe: Bei der genannten Vielzahl schwerer rechter Übergriffe in Kiel ist bis heute lediglich Christopher R. gefasst!

Viele Menschen in Kiel waren und sind betroffen von rechter Gewalt. Bisher hat es Claudiu C. und andere getroffen, letztlich kann es jede_n treffen, der/die nicht in das beschränkte Weltbild der Neonazis passt.

Anlässlich des Gerichtsprozesses am 06.07.2010 wegen des Angriffs auf Claudiu C. rufen wir auf zur:
Demonstration am Freitag den 02.07.2010, 16:00 Uhr Kiel Hbf.

Die Polizei hat bei Gewalttaten mit rechtem Hintergrund in Kiel ganz offensichtlich kein Interesse an ernsthaften Ermittlungen der Täter_innen – oft wird sie überhaupt nicht tätig!

Die etablierte städtische Politik, namentlich auch Bürgermeister Torsten Albig, hält es offensichtlich nicht für nötig, sich endlich eindeutig öffentlich gegen die rechten Umtriebe in Kiel zu positionieren.

Es liegt also allein in unserer Hand! Lasst uns gemeinsam für ein antifaschistisches Klima in Kiel sorgen. Wir rufen alle Kieler_innen auf Stellung zu beziehen und aktiv zu werden, wenn Nazis Leib und Leben von Menschen in unserer Stadt bedrohen!

Besucht die öffentlich stattfindende Hauptverhandlung am Amtsgericht Kiel, Deliusstr. 22 am Di den 06.Juli 2010, 9:00 Uhr, Saal 7. Zeigt Solidarität mit dem verletzten Tänzer Claudiu C. – Wenn wir viele sind haben Neonazis keinen Platz im Zuschauerraum!

weitere Infos hier: No Nazis Kiel