Archiv für April 2010

08.05.2010 Antifaschistischer Aktionstag Elmshorn

Am 8. Mai jährt sich zum 65. Mal der Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg. Es ist unerträglich, dass auch 65 Jahre nach der Selbstbefreiung in Elmshorn Neonazis ihre menschenverachtende Ideologie verbreiten und Menschen wegen ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer politischen Überzeugung angreifen.
Im Sinn der der „Pinneberger Erklärung“ des „Bündnis’ gegen Rechts“ in Pinneberg wollen wir auch in Vorbereitung auf den 65. Jahrestag der Befreiung das Elmshorner Bündnis gegen Neonazis wieder zusammenführen.
Unser Bündnis wendet sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, es tritt für das friedliche Neben- und Miteinander überall ein.
Wir stehen zusammen gegen Organisationen und Personen, die ihre politischen Ziele mit Hass und Gewalt durchzusetzen versuchen, die die Verbrechen des Nationalsozialismus leugnen, verharmlosen und/oder in der Tradition der NSDAP stehen.
Auch in Elmshorn häufen sich die Angriffe durch Neonazis in den letzten Monaten dramatisch. Menschen werden bedroht, verfolgt und verprügelt.
Wir wollen die Verbreitung und Verharmlosung neonazistischen Gedankenguts nicht tolerieren, denn wo Neonazis ohne gesellschaftlichen Widerspruch auftreten, breitet sich rassistisches und nationalistisches Gedankengut aus.
Wir protestieren dagegen, dass Parteien und Organisationen wie die NPD, militante Schlägertrupps in SA – Manier und „Autonome Nationalisten“, die den Nationalsozialismus mit Wort und Tat fortsetzen, ihre braune, nationalsozialistische Ideologie öffentlich verbreiten können.
Wir fordern als einen wichtigen Schritt für Demokratie und gegen Rechtsradikalismus das Verbot der NPD und ihre konsequente Auflösung mit all ihren Gliederungen, Neben- und Ersatzorganisationen. Ebenso konsequent müssen sogenannte „Autonome Nationalisten“, „Aktionsgruppen“ und andere Nazi-Organisationen verboten, aufgelöst und zerschlagen werden. Damit Nazis in Zukunft nicht mehr mit dem Urteil von Gerichten und unter dem Schutz der Polizei marschieren.

Wir rufen auf, immer wieder Zivilcourage zu zeigen und sich den Neonazis mit vielseitigem und kreativem antifaschistischen Protest in den Weg zu stellen.

Zum 65. Jahrestages der Befreiung:
Antifaschistischer Stadtrundgang, Aktion zur Selbstbefreiung Elmshorns
Samstag, 08. Mai 2010, Treffpunkt Bahnhofsvorplatz Elmshorn um 11.00 Uhr

Ab 14 Uhr gibt es im Industriemuseum Elmshorn ein Zeitzeugengespräch mit Fritz Bringmann.
Fritz begann mit 16 Jahren den antifaschistischen Widerstand gegen die Nazis zu organisieren. Mit 17 nahm ihn die Gestapo fest und deportierte ihn u.a. nach Sachsenhausen und Neuengamme, nach etlichen unmenschlichen Misshandlungen glückte 1944 die Flucht.

Damit nie wieder geschehe, was damals geschah! Keinen Schritt zurück!

16.04.2010 Yeni P. tot im Gefängnis aufgefunden

Yeni P. wurde heute in der Abschiebezelle im Hamburger Knast Hahnöfersand erhängt aufgefunden….
Die 34 jährige Frau die aus Indoniesien nach Deutschland gekommen ist, wurde am 23.02.2010 in Untersuchungshaft genommen, da Yeni gegen das rassistische Aufenthaltsgesetz verstoßen habe. Am 09.03.2010 ordnete das Hamburger Amtsgericht vorsorglich Abschiebehaft an. Das Amtsgericht Hamburg-Barmbek verurteilte sie dann am 07.04.2010 wegen des „Verstoßes gegen ausländerrechtliche Vorschriften“ zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. An diesem Tag endete für Yeni die Untersuchungshaft, daraufhin wurde sie dann am 09.04.2010 in die Teilanstalt der JVA Hahnöfersand gesperrt, um dort die „angeordnete vorsorgliche Abschiebungshaft“ abzusitzen. Hier musste Yeni die letzten Tage ihres Lebens verbringen….
R.I.P Yeni
Spontandemonstration HEUTE Rote Flora 19.30 Uhr
No Border – No Nation – Abschiebung ist Mord

DEMONSTRATION am Samstag, den 24.4.10 um 18.30 Uhr ab Hauptbahnhof (Glockengießerwall)
Abschlusskundgebung: 20 Uhr Achidi-John-Platz (Schulterblatt)

* Sofortige Abschaffung der Abschiebehaft und Freilassung der Inhaftierten!
* Rücktritt der verantwortlichen Senatoren Ahlhaus und Steffen!
* Schluss mit der rassistischen Ausgrenzungs- und Abschiebepolitik gegen Flüchtlinge und MigrantInnen!
* Bewegungsfreiheit, Bleiberecht und gleiche Rechte für alle!

20.04.2010 Stolpersteine Elmshorn

Am 20.04.2010 werden für fünf Menschen Stolpersteine in Elmshorn verlegt. Für jeden Menschen sind die Paten anwesend und erzählen die Biografien der Ermordeten.

10 Uhr Gerlingweg:
Ludwig Otto – Internationale Brigaden – erschossen 17.05.1940 – Louviere/Belgien
Emil Seemann – Internationale Brigaden – gestorben 20.11.1936 – bei Madrid
11 Uhr Klaus Groth Promenade:
Wilhelm Otto Peetz – KPD Elmshorn – erschlagen von SS 03.10.1935 – KZ Esterwegen
11:30 Uhr Kaltenweide:
Alfred Oppenheim – getötet 06.04.1943 – KZ Fuhlsbüttel
12 Uhr Torhaus:
Benno Bengalo Winterstein – ermordet in Auschwitz

Kein vergeben – Kein vergessen!

11.04.2010 Kein Raum für den Geschichtsrevisionisten Juchem und die NPD!

11.04.2010 Die NPD versucht am Sonntag eine Saalveranstaltung mit dem Antisemiten und Geschichtsrevisionisten Wolfgang Juchem aus Hessisch-Lichtenau zu organisieren.

Ein alter Kadernazi mit großer Sympathie, nicht nur bei der Jugend, kommt auf Einladung der NPD-Westküste, vermutlich in den Kreis Pinneberg, event. Kreis Steinburg in „Zur Steinburg“. Hier wurden in den letzten Jahre etliche Veranstaltungen der NPD und Freien Kräfte abgehalten. So auch der Landesparteitag der NPD 2005 auf dem u.a. Ingo Stawitz (NPD-Westküste) auf eine am Boden liegende Frau eingetreten und Steine geschmissen hat.
Weiterhin steht auch noch Nordfriesland auf dem Plan der Möglichkeiten. Hier fand zuletzt der Landesparteitag der NPD-SH statt.

Dabei wird er wieder versuchen die Geschichte und Gegenwart auf den Kopf zu stellen. U.a. versucht er dieses mit seiner Mini-Gruppe „AFD-Aktion Freies Deutschland“ über Flyer mit Überschriften wie, „Volkstreue Stimme“ und über Bröschüren die Titel tragen wie „Vater, ich bin stolz auf dich“, „Wahrheit und Recht Gegen Lüge Und Hetze“.

Wolfgang Juchem, Diplom Verwaltungswirt, schloss sich 1956 der „JDG-Jungen Deutschen Gemeinschaft“ an in dieser er als Kameradschaftsführer fungierte.
Ab 1959 arbeitete Juchem für die Bundeswehr, dabei stand ihm die Parteizugehörigkeit in der NPD (1965-1976) nicht im Weg. Zuletzt war Juchem als Geheimdienst Offizier beim „MAD-Militärischen Abschirmdienst“ tätig, ehe er 1988 als Hauptmann die Bühne verliess.

Seit 1990 ist er auf etlichen Veranstaltungen der Naziszene als Redner seiner Gruppe „AFD“ zu finden. So u.a. auf „Rudolf-Heß-Gedenkmärschen“ oder auch bei den „Hetendorfer Tagungswochen“.

Sonntag, 11.04.2010 Kreis Pinneberg und überall – Nazis keinen Raum geben!